Adrian Tomine über einen Filmklassiker

Seit dem 1. Juli ist auf Netflix auch wieder einer DER amerikanischen Komödienklassiker der 80er-Jahre abrufbar: Das Darf Man Nur Als Erwachsener (Sixteen Candles im amerikanischen Original) von Regisseur John Hughes mit Molly Ringwald als Hauptdarstellerin. Ein asiatischer Darsteller (Gedde Watanabe als Long Duk Dong) aus dem Film inspirierte den Comiczeichner Adrian Tomine schon 2001 zu einer Kurzgeschichte über die Auswirkungen rassistischer Charaktere in Filmen auf das Leben von Minderheiten (in diesem Fall asiatisch-amerikanische Jugendliche).

„At school, classmates try to get Tomine to playact the character’s lines: „C’mon … just say, ‚Whassa happening, hot stuff?‘ “ and „Say, ‚No more yankee my wankee!‘ “ mehr

Im April 2018 erschien im New Yorker ein Artikel von Molly Ringwald, in dem sie ihre Filme mit John Hughes unter den Vorzeichen von #metoo neu bewertet:

„But I’m not thinking about the man right now but of the films that he left behind. Films that I am proud of in so many ways. Films that, like his earlier writing, though to a much lesser extent, could also be considered racist, misogynistic, and, at times, homophobic. The words “fag” and “faggot” are tossed around with abandon; the character of Long Duk Dong, in “Sixteen Candles,” is a grotesque stereotype, as other writers have detailed far more eloquently than I could.“

„I think that it’s ultimately the greatest value of the films, and why I hope they will endure. The conversations about them will change, and they should. It’s up to the following generations to figure out how to continue those conversations and make them their own—to keep talking, in schools, in activism and art—and trust that we care.“ mehr

Natürlich werden diese Diskussionen auch in Bezug auf Comics und Graphic Novels geführt werden (müssen). Hérges Tim uns Struppi ist immer wieder Gegenstand dieser Diskussionen. Ein Artikel dazu findet sich unter anderem auf der Internetseite des Tagesspiegels, ebenfalls ein Interview von Christoph Mueller mit Robert Crumb, dessen Werk nicht nur in den USA in den letzten Jahren in Frage gestellt wurde.