Corona und die Comicszene

Mit dem abgesagten Comic-Salon in Erlangen, dem ohne neuen Termin in den Herbst verschobenen Gratis-Comic-Tag und den teilweise zusammengeschrumpften Herbstprogrammen der Verlage steht die Comicszene (wie so viele andere) vor einem schweren Herbst und wahrscheinlich auch Frühjahr 2021. Verlage, Buch-und Comicläden und vor allem Künstler*innen müssen lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Waren Veranstaltungen doch oft eine DER Möglichkeiten, dem neuen Buch eine gewisse Öffentlichkeit zu verschaffen. Aber auch für Journalist*innen sind schwere Zeiten angebrochen, viele freie Journalist*innen bekommen deutlich weniger oder keine Aufträge für Buchbesprechungen. Trotz allem versuchen viele, einen kreativen Umgang mit der Krise zu finden. Lars von Törne berichtet im Berliner Tagesspiegel über verschiedene Aktionen von Künstler*innen, Verleger*innen und Händler*innen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung organisierte ein Live-Event „Comic & Talk“ zum Thema Repräsentation von Krieg und Holocaust im Comic mit Tobias Dahmen und Barbara Yelin, die beide über ihre neuen Bücher sprachen. Tobias Dahmen schreibt und zeichnet gerade „Columbusstraße“, einer Biografie seiner Eltern und Großeltern. Barbara Yelin arbeitet an einem Comic über eine Holocaustüberlebende. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jakob Hoffmann.

Mit den langsam wieder öffnenden Schulen bleibt für viele Eltern allerdings das Problem der Kinderbetreuung bestehen. Reprodukt bietet weiterhin auf dem eigenen Blog Kurzgeschichten von Ariol und Ausmalbilder von Dorothée de Monfreids “Die Hundebande und beim Kibitz Verlag finden sich ebenfalls Malvorlagen von Tanja Esch und Anne Becker auf der Seite zum Download.

Das famose Kinder-lieben-Comics-Oster-Spezial auf den Seiten des Comic-Salons ist auch weiterhin abrufbar, ebenso wie der Youtube-Channel von Yippie-Comic. Wen dann doch das Fernweh packt, kann es vielleicht mit einem (kostenlosen) virtuellen Besuch des Ghibli-Museums in Japan etwas mindern.