Neue Bestenliste und neue Auszeichnung für Independent Comics

Mawil, Lucky Luke

 

Der Berliner Tagesspiegel hat mit einer 30köpfigen Kritikerjury die besten Neuerscheinungen des Sommers gekürt. Mawils „Lucky Luke sattelt um“ ist auf dem ersten Platz gelandet. Wie das Branchenmagazin buchreport berichtet, soll diese Jury zukünftig alle drei Monate eine aktuelle Bestenliste zusammenstellen. Diese Liste soll der Orientierung angesichts der ständig wachsenden Zahl der Neuerscheinungen dienen. Die Empfehlungen sind genreübergreifend; Manga, klassische Comicalben und Graphic Novels sind gleichermaßen vertreten. Es werden Neuerscheinungen sowohl aus unabhängigen als auch aus den großen Verlagen berücksichtigt.

Das ist beim neuen Ginco Award ganz ausdrücklich anders. Der neu ins Leben gerufene Preis soll die besten unter den unabhängigen Veröffentlichungen auszeichnen. Hier finden sich darum ausschließlich Comics aus Kleinstverlagen und Eigenpublikationen. Der Ginco Award steht für „German Inclusive / Independent Comic„, versteht sich mithin als erster Inklusiver Deutscher Comicpreis der Independent Szene. Damit sollen Zeichner*innen und Autor*innen unterstützt werden, die bislang nur schwer Zugang zu Verlagen und zu öffentlicher Wahrnehmung finden. Damit setzt sich der Ginco Award auch ab vom ICOM Preis, dessen Auswahl und Juryarbeit stark in die Kritik geraten war, weil die Jury überwiegend männlich besetzt war.

Für die Sendung Corso im Deutschlandfunk Kultur sprach Sigrid Fischer mit zwei Gründerinnen des Preises, Eve Jay und Laura Keilbarth, über ihre Motivation und die Hintergründe des Ginco Award. Unter der Überschrift „Ein Preis für Diversität“ ist der Beitrag nachzuhören in der Mediathek.

Auch auf diesem Blog war der Konflikt um den ICOM bereits Thema, nachzulesen hier.

Der Ginco Award wurde nun am vergangenen Wochenende erstmals verliehen, bei der Comic Con Germany in Stuttgart. HIER findet sich ausgezeichneten Autor*innen mit ihren Titeln.

kami, ginco

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